Test

- von der Idee bis zur Installation -

Die erste Panoramatafel wurde 2015 vor der Aussichtskanzel in Rüscheid aufgestellt. Der Naturpark Rhein-Westerwald hatte allen Verbandsgemeinden je zwei solcher Tafeln gespendet, im Rahmen der „Naturpark Weitblicke“ zeigen sie an aussichtsreichen Orten „in die Ferne“. Eine davon steht auf der Höhe bei Rüscheid vor der Aussichtskanzel an der Iserbachschleife. Sie beschreibt Bergkuppen und Ortschaften Richtung Osten bis in den Taunus.

Aussichtskanzel bei Rüscheid

aussichtskanzlei2

Auf der Tafel wird ein sehr breiter Ausschnitt der weiten Aussicht dargestellt. Damit sind manche Details nicht mehr zu erkennen. Deshalb reifte in der Gemeinde der Plan, dem Betrachter weitere Ausblicke zu dokumentieren. Von der Aussichtskanzel bietet sich dem Betrachter nahezu ein Rundumblick, und sehr viele Ziele von nah bis weit in die Ferne sind zu erkennen.

Vier Tafeln sollten auf dem Turm angebracht werden, zwei nach Westen und zwei nach Osten orientiert. Die Vorbereitungen konnten bald beginnen. Es musste geklärt werden, was sich vor dem Auge des Betrachters in der Ferne auftut. Vieles war schon immer zu sehen gewesen, auch bevor die Kanzel dort stand. Aber was waren das für Ortschaften oder Türme? Welches Dorf liegt vor dem Köppel? Wo steht der Sendemast im Westen, tief in der Eifel, und welche Windräder drehen sich im Westerwald? Diese und viele weitere Rätsel waren zu lösen.

Bei guter Fernsicht wurden immer wieder mit einem langen Teleobjektiv Aufnahmen in alle Himmelsrichtungen gemacht. Mit dem Kompass wurde festgehalten, in welcher Richtung einzelne Objekte liegen. Schließlich wurde alles zu Hause am PC ausgewertet. Hier sollen einige Beispiele zeigen, wie Antworten auf die Fragen gefunden wurden.

Auf der Vergrößerung eines Fotos ist eine Kirche mitten in einem zunächst unbekannten Ort zu erkennen. Im Internet konnte schnell ein Bild der Kirche in Sessenbach ausfindig gemacht werden, das eine Übereinstimmung mit unserer Fotografie brachte – damit war der Ort lokalisiert. Im Osten stehen Windräder, die wir zunächst nicht zuordnen konnten. Bei einer Wanderung auf dem Westerwaldsteig fanden wir – zufällig – genau diese Windräder nahe Willmenrod bei Westerburg. Die Windkraftanlage bei Höhn konnten wir über die Liste der Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz im Internet ausfindig machen.

Im Westen steht ein Turm, den wir nicht kannten. Ein Anruf bei einem bekannten Lokalfotografen brachte sofort die Lösung. Es handelt sich um den Fernmeldeturm Schöneberg bei Kempenich in der Eifel. Die Windräder bei Weibern konnte er gleich „mitliefern“.

Entfernungsbestimmung

EntfernungsbestimmungEinfach war schließlich die „Messung“ der Entfernungen auf der Luftlinie. Mit Unterstützung einer entsprechenden Software stellte dies kein Problem dar. Das Projekt war bis dahin für die Planer eine interessante Herausforderung.

Jetzt war es an der Zeit, eine Firma zu finden, die professionelle Aufnahmen macht und die Panoramabilder aufbereitet. Der Herbst zeigte bereits den Wald im bunten Kleid, es war also die beste Jahreszeit für die Fotos angebrochen. Die beauftragte Fotografin kam mehrfach, auch auf Zuruf, wenn die Lichtverhältnisse besonders gut waren, um die besten Bilder zu „schießen“.

Bei der Bearbeitung der Fotos stellten wir dann fest, dass einiges noch zu verbessern war. So stand auf der Aufnahme ein riesiger Kran vor der Grube Georg. Hier kamen jetzt die oben erwähnten Teleaufnahmen zum Zuge. Ein Foto von dem Förderturm wurde eingefügt, und der Kran war verschwunden. Wir waren erstaunt über die Möglichkeiten, die mit einer professionellen Bildbearbeitungssoftware zur Verfügung stehen.

Ausschnitt aus einer der Panoramatafeln

Panoramatafel Nord Ost Ausschnitt

 

Schließlich waren die Panoramabilder fertig, die Texte waren eingefügt, die Tafeln ausgedruckt und die Rahmen für die Befestigung geschweißt. Jetzt kamen die eifrigen Helfer von den Wanderfreunden „Dremherem“ wieder zu ihrem Einsatz. Die Aussichtskanzel hatten sie 2015 schon ehrenamtlich erstellt, jetzt ließen sie es sich natürlich nicht nehmen, die Panoramatafeln zu befestigen.

Das gesamte Projekt wurde getragen von dem engagierten Einsatz der Planer und durch die hervorragende Zusammenarbeit aller, die an der Umsetzung beteiligt waren. Dazu gehörte erneut der Naturpark Rhein-Westerwald, der auch für diese Maßnahme Fördermittel bereitstellte.

Die Rüscheider haben eine weitere Attraktion an der Iserbachschleife geschaffen, die ganz sicher dazu beiträgt, dass der Premiumwanderweg auch zukünftig bestens von den Wanderern angenommen wird. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden bereits 3.000 Besucher gezählt. Diese nehmen angenehme Erinnerungen an unsere Region mit nach Hause. Viele loben in Internetforen die gut gepflegten Wanderwege und Pfade sowie die vielen liebenswerten Details am Wegesrand. Oft genannt werden die Handfeger an den Ruhebänken und die Sitzkissen an einem Rastplatz bei Rüscheid. Sie zitieren den Spruch, der dort steht: „Wenn´s Arscherl brummt, ist ein Kissen gesund“.

Immer mehr Wandergäste suchen Übernachtungsmöglichkeiten in den umliegenden Dörfern. Hier ist zu vermelden, dass in Kürze die vierte Ferienwohnung seit Fertigstellung der Iserbachschleife angeboten wird.

Wilfried Dietz

Rüscheid

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